Wie viel ein Studium am Ende wert ist, zeigt sich spätestens beim ersten Gehaltszettel. Doch die Unterschiede zwischen den Fächern sind erheblich: Zwischen dem bestbezahlten und dem am schlechtesten bezahlten Studiengang liegen beim Einstiegsgehalt oft 20.000 Euro und mehr pro Jahr. Dieser Beitrag zeigt, was Absolventinnen und Absolventen 2026 in verschiedenen Fächern verdienen, welche Faktoren das Gehalt zusätzlich beeinflussen und wie belastbar solche Durchschnittswerte überhaupt sind.
Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um eine Steuer- oder Rechtsberatung. Der Artikel wurde mit großer Sorgfalt recherchiert. Dennoch sind alle Angaben, insbesondere zu Kosten oder Preisen ohne Gewähr und können sich jederzeit ändern. Der Artikel wurde am 11.09.2026 veröffentlicht und zuletzt am 11.09.2026 editiert.
Vorab: Warum Gehaltszahlen je nach Quelle stark schwanken
Wer verschiedene Gehaltsreports vergleicht, stößt schnell auf abweichende Zahlen für denselben Studiengang – teils mehrere tausend Euro Unterschied. Das liegt an der Methodik: Manche Studien werten Selbstauskünfte auf Jobportalen aus, andere Unternehmensdaten oder amtliche Statistiken. Auch Stichprobengröße, Berufsdefinition und der Anteil an Bachelor- versus Masterabschlüssen variieren. Die im Folgenden genannten Zahlen sind daher als Orientierungsgrößen zu verstehen, nicht als exakte Vorhersage für das eigene Gehalt.
Durchschnittliches Einstiegsgehalt 2026 im Überblick
Über alle Fächer hinweg liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Hochschulabsolventinnen und -absolventen 2026 grob im Bereich von 38.000 bis 45.000 Euro brutto pro Jahr, je nach Erhebung. Zum Vergleich: Nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung liegt das Einstiegsgehalt meist zwischen 25.000 und 34.000 Euro. Ein Masterabschluss bringt gegenüber einem Bachelor im Schnitt rund 10 bis 15 Prozent mehr Einstiegsgehalt, wobei der Aufschlag in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern deutlicher ausfällt als in kreativen oder geisteswissenschaftlichen Berufen.
Einstiegsgehalt nach Studiengang (Bachelor)
Die folgende Übersicht zeigt durchschnittliche Bruttojahresgehälter von Bachelorabsolventinnen und -absolventen nach Studienfach:
| Studiengang | Einstiegsgehalt (Bachelor) |
|---|---|
| Wirtschaftsingenieurwesen | 47.073 Euro |
| Ingenieurwissenschaften | 46.291 Euro |
| IT, Informatik | 45.709 Euro |
| Wirtschaftsinformatik | 45.691 Euro |
| Wirtschaftswissenschaften | 41.517 Euro |
| Naturwissenschaften | 40.364 Euro |
| Erziehungswissenschaften | 39.665 Euro |
| Politik-/Sozialwissenschaft | 37.905 Euro |
| Architektur | 37.769 Euro |
| Psychologie | 37.107 Euro |
| Geowissenschaften | 35.312 Euro |
| Kulturwissenschaften | 35.134 Euro |
| Geisteswissenschaften | 34.594 Euro |
| Design | 34.120 Euro |
Auffällig: Technische und wirtschaftsnahe Fächer liegen durchweg vorn, während geistes- und kulturwissenschaftliche Studiengänge im Schnitt deutlich niedriger einsteigen. Allgemein verdienen Uni-Absolventinnen und -Absolventen zudem im Schnitt rund 2.000 Euro mehr als FH-Absolventen, wobei sich nennenswerte Unterschiede vor allem in den Ingenieur- und Naturwissenschaften zeigen.
Spitzenreiter beim Einstiegsgehalt
Einige Fächer stechen besonders hervor:
- Medizin/Zahnmedizin: Mit die höchsten Einstiegsgehälter überhaupt. Masterabsolventinnen und -absolventen der Medizin starten laut Gehaltsauswertungen bei knapp 60.000 Euro brutto im Jahr, Assistenzärztinnen und -ärzte laut Stepstone-Gehaltsreport 2026 mit einem Median von rund 62.000 Euro.
- Rechtswissenschaft (Jura): Vor allem mit Zweitem Staatsexamen bzw. Promotion sind Einstiegsgehälter um 58.000 bis 61.000 Euro brutto realistisch, insbesondere in Großkanzleien.
- Mathematik/Statistik: Rund 53.000 Euro Einstiegsgehalt, unter anderem gefragt in Data Science, Versicherungswesen und Finanzbranche.
- Wirtschaftsingenieurwesen (Master): Rund 52.800 Euro brutto im Jahr.
Informatik und Ingenieurwesen im Detail
Gerade bei IT- und Ingenieurberufen schwanken die Zahlen zwischen den Quellen besonders stark, weil hier viele verschiedene Rollen (von der Softwareentwicklung bis zur Prozesstechnik) unter einem Studiengang zusammengefasst werden:
- Für Informatik-Absolventinnen und -Absolventen werden Einstiegsgehälter zwischen rund 45.000 und 54.000 Euro genannt, mit einem häufig zitierten Durchschnittswert um 51.500 Euro.
- Ingenieurinnen und Ingenieure mit weniger als einem Jahr Berufserfahrung kommen im Stepstone-Gehaltsreport 2026 auf ein Mediangehalt von rund 59.250 Euro; eine laufende Befragung von Absolventinnen und Absolventen kommt dagegen im Schnitt auf rund 50.000 Euro. Die Differenz zeigt, wie stark Stichprobe und Berufsdefinition das Ergebnis beeinflussen.
- Ein Masterabschluss führt bei Ingenieurberufen nicht automatisch zu deutlich mehr Gehalt: In aktuellen Erhebungen liegt der Unterschied zwischen Bachelor- und Mastereinstieg oft nur bei einigen hundert Euro pro Jahr.
Was das Einstiegsgehalt sonst noch beeinflusst
Neben dem Studienfach spielen weitere Faktoren eine große Rolle:
- Unternehmensgröße: Je größer das Unternehmen, desto höher meist das Einstiegsgehalt. Kleinbetriebe mit bis zu 10 Mitarbeitenden zahlen im Schnitt rund 45.600 Euro, Konzerne mit mehr als 10.000 Mitarbeitenden dagegen über 57.000 Euro.
- Branche: Fahrzeugbau sowie Luft- und Raumfahrt gehören zu den bestzahlenden Branchen, ebenso Unternehmensberatung und Pharma. Soziale Berufe und Medien liegen im Branchenvergleich meist am unteren Ende.
- Region: Süddeutsche Metropolregionen wie München, Stuttgart und Frankfurt zahlen spürbar über dem Bundesdurchschnitt, allerdings bei entsprechend höheren Lebenshaltungskosten.
- Abschluss: Ein Master bringt im Schnitt 10 bis 15 Prozent mehr Gehalt als ein Bachelor, eine Promotion kann den Einstieg nach manchen Erhebungen um bis zu ein Drittel gegenüber einem Bachelorabschluss anheben.
Fazit und praktische Hinweise
Wer sich für ein Studium entscheidet, sollte das erwartete Einstiegsgehalt nicht isoliert betrachten, sondern im Zusammenhang mit persönlichem Interesse, Arbeitsmarktnachfrage und Karriereperspektiven über mehrere Jahre. Gerade in gefragten MINT-Fächern und in der Medizin ist der Einstieg finanziell besonders attraktiv, während geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer im Schnitt niedriger starten, dafür aber oft andere Karrierewege eröffnen. Für die eigene Gehaltsverhandlung lohnt sich in jedem Fall ein Blick in mehrere aktuelle Gehaltsreports, um eine realistische Bandbreite für die eigene Branche, Region und Unternehmensgröße einschätzen zu können.
Quellen
- Karrierebibel – Einstiegsgehalt: So viel verdienen Berufseinsteiger 2026
- Profiling Institut – Gehaltsranking nach Studienfach 2026
- Finanzfluss – Bestbezahlte Studiengänge
- ingenieur.de – Einstiegsgehalt für Ingenieure: Diese 6 Faktoren machen den Unterschied
- get-in-it.de – Einstiegsgehalt für Informatiker 2026
Hinweis: Alle genannten Gehaltszahlen sind Durchschnitts- bzw. Mediangehälter aus unterschiedlichen Erhebungen und können je nach Region, Branche, Unternehmensgröße und individueller Qualifikation erheblich abweichen.