Welche Studiengänge werden in Deutschland besonders häufig gewählt? Auch 2026 zeigt die Hochschulstatistik ein breites Bild: Wirtschaft, Informatik, Ingenieurwissenschaften, Medizin, Rechtswissenschaften und verschiedene sozial- und geisteswissenschaftliche Fächer gehören zu den stark nachgefragten Studienrichtungen.
Für die Einordnung ist allerdings wichtig, zwischen Studienfach, Fächergruppe, 1. Fachsemester und 1. Hochschulsemester zu unterscheiden. Die aktuell verfügbaren amtlichen Daten des Statistischen Bundesamtes reichen inzwischen bis zum Studienjahr 2025/2026; bei detaillierten Studienfachangaben sind teilweise noch vorläufige Werte beziehungsweise semesterbezogene Daten verfügbar. (Destatis)
Studienanfänger 2026: Wie viele Menschen beginnen ein Studium?
Im Studienjahr 2024/2025 begannen in Deutschland 490.304 Personen erstmals ein Studium im 1. Hochschulsemester. Im Studienjahr 2025/2026 lag der vorläufige Wert bereits bei 491.650 Studienanfängerinnen und Studienanfängern. Damit bewegt sich die Zahl der Studienanfänger weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. (Destatis)
Die Zahl der Frauen lag 2025/2026 bei rund 255.257, während rund 236.400 Studienanfänger männlich waren. Frauen stellen damit etwas mehr als die Hälfte der Studienanfänger im 1. Hochschulsemester. (Destatis)
Tabelle: Studienanfänger nach Geschlecht
| Studienjahr | Insgesamt | Männer | Frauen | Frauenanteil |
|---|---|---|---|---|
| 2022 | 473.665 | 226.038 | 247.627 | 52,3 % |
| 2023 | 481.962 | 229.212 | 252.750 | 52,4 % |
| 2024 | 490.304 | 234.748 | 255.556 | 52,1 % |
| 2025/26* | 491.650 | ca. 236.393 | 255.257 | ca. 51,9 % |
*vorläufige Angaben; Studienjahr = Sommersemester und folgendes Wintersemester. (Destatis)
Welche Fächergruppen sind besonders beliebt?
Bei einer Betrachtung der größeren Fächergruppen zeigt sich ein klares Bild. Die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften stellen die größte Gruppe. Im Studienjahr 2024/2025 entfielen hier 194.349 Studienanfänger im 1. Hochschulsemester auf die Fächergruppe.
Auf Platz zwei folgten die Ingenieurwissenschaften mit 133.665 Studienanfängern. Mathematik und Naturwissenschaften kamen auf 52.460, die Geisteswissenschaften auf 49.551. (Destatis)
Statistik-Tabelle: Studienanfänger nach Fächergruppe
| Fächergruppe | Studienanfänger 2024/25 |
|---|---|
| Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften | 194.349 |
| Ingenieurwissenschaften | 133.665 |
| Mathematik, Naturwissenschaften | 52.460 |
| Geisteswissenschaften | 49.551 |
| Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften | 28.197 |
| Kunst, Kunstwissenschaft | 15.344 |
| Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin | 9.466 |
| Sport | 4.214 |
| Sonstige/ungeklärt | 3.058 |
| Gesamt | 490.304 |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Studienjahr 2024/2025. (Destatis)
Meistgewählte einzelne Studienfächer
Bei der Betrachtung einzelner Studienfächer gehört Betriebswirtschaftslehre (BWL) seit Jahren zu den besonders großen Studienfächern. Die amtliche GENESIS-Datenbank weist die Studienanfänger nach Studienfach und Geschlecht aus.
Für das Wintersemester 2025/2026 zeigt die Statistik beispielsweise eine sehr große Zahl an Studienanfängern in wirtschaftswissenschaftlichen und technischen Fächern. Die Datenbank unterscheidet dabei zusätzlich zwischen deutschen und ausländischen Studierenden sowie zwischen Männern und Frauen. (GENESIS-Online)
Auch die Geschlechterverteilung unterscheidet sich teilweise erheblich zwischen den Fächern. Ein Beispiel liefert die Informatik: In der Studierendenstatistik des Wintersemesters 2024/2025 waren deutlich mehr Männer als Frauen eingeschrieben. Bei Biologie zeigte sich dagegen ein deutlich höherer Frauenanteil. (GENESIS-Online)
Beliebte Studienrichtungen nach Geschlecht
Die Studienwahl unterscheidet sich in Deutschland weiterhin nach Geschlecht. Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Fach eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden kann. Vielmehr zeigen die Statistiken unterschiedliche Verteilungen.
Tabelle: Typische Studienwahl nach Geschlechterverteilung
| Studienbereich | Tendenz in der Geschlechterverteilung |
|---|---|
| Informatik | deutlich höherer Männeranteil |
| Ingenieurwissenschaften | höherer Männeranteil |
| Maschinenbau | höherer Männeranteil |
| Elektrotechnik | höherer Männeranteil |
| Biologie | höherer Frauenanteil |
| Erziehungswissenschaften | hoher Frauenanteil |
| Soziale Arbeit | hoher Frauenanteil |
| Sprach- und Kulturwissenschaften | häufig höherer Frauenanteil |
| Medizin | vergleichsweise hoher Frauenanteil |
| BWL | vergleichsweise ausgeglichene Verteilung |
Die amtlichen Daten lassen sich bis auf einzelne Studienfächer nach Geschlecht auswerten. (GENESIS-Online)
Universität oder Fachhochschule: Wo beginnen die meisten?
Auch der Hochschultyp beeinflusst die Studienwahl. Im Studienjahr 2024/2025 begannen im 1. Hochschulsemester rund 262.231 Personen an Universitäten und rund 200.216 an Fachhochschulen. Weitere Studienanfänger entfielen unter anderem auf Verwaltungs-, Kunst-, pädagogische und theologische Hochschulen. (Destatis)
Interessant ist dabei die Entwicklung: Während Universitäten traditionell einen großen Teil der Studienanfänger aufnehmen, gewinnen Fachhochschulen beziehungsweise Hochschulen für angewandte Wissenschaften weiter an Bedeutung.
Tabelle: Studienanfänger nach Hochschultyp
| Hochschultyp | 2024/25 | 2025/26* |
|---|---|---|
| Universitäten | 262.231 | 252.653 |
| Fachhochschulen | 200.216 | 211.103 |
| Verwaltungsfachhochschulen | 18.545 | 18.659 |
| Kunsthochschulen | 5.177 | 5.124 |
| Pädagogische Hochschulen | 3.824 | 3.802 |
| Theologische Hochschulen | 311 | 309 |
| Gesamt | 490.304 | 491.650 |
*2025/26 vorläufig. Quelle: Destatis. (Destatis)
Warum sind BWL, Informatik und Ingenieurwissenschaften so relevant?
Die hohen Anfängerzahlen in wirtschaftlichen, technischen und digitalen Fächern spiegeln unter anderem die große Zahl entsprechender Studienangebote wider. BWL ist an zahlreichen Hochschulen vertreten und kann sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen studiert werden.
Informatik und verwandte Studiengänge profitieren wiederum von der Digitalisierung und der wachsenden Bedeutung von IT-Kompetenzen. Auch die amtliche Statistik zeigt für das Studienjahr 2024 einen Anstieg der Anfängerzahlen unter anderem in Informatik, Maschinenbau sowie Elektrotechnik. (Destatis)
Studiengänge 2026: Was sagen die Statistiken wirklich aus?
Die Statistik der meistgewählten Studiengänge sollte nicht mit einer Rangliste der „besten“ Studiengänge verwechselt werden. Hohe Anfängerzahlen zeigen zunächst nur, dass ein Fach von vielen Menschen gewählt wird. Sie sagen nichts unmittelbar über Studienqualität, Berufsaussichten, Einkommen oder persönliche Eignung aus.
Für Studieninteressierte sind deshalb zusätzlich Faktoren wie Zulassungsvoraussetzungen, Studienort, Abschlussart, Studiendauer, Abbruchquoten und spätere Beschäftigungsmöglichkeiten relevant.
Die amtlichen Daten von Destatis bieten dafür eine gute Grundlage, weil sie Studienanfänger nach Studienfach, Geschlecht, Nationalität, Hochschulart und weiteren Merkmalen differenzieren. (Destatis)
Quellen und weiterführende Statistiken
- Statistisches Bundesamt – Studienanfänger nach Fächergruppen
- Destatis – Studienanfänger nach Bundesländern und Hochschularten
- GENESIS-Online – Studienanfänger nach Studienfach und Geschlecht
- Destatis – Statistik der Studierenden, Wintersemester 2024/2025
Fazit
Die Studiengangsstatistik 2026 zeigt, dass wirtschaftliche, technische und sozialwissenschaftliche Studienrichtungen einen besonders großen Anteil der Studienanfänger ausmachen. Mit rund 491.650 Studienanfängern im 1. Hochschulsemester lag die Zahl 2025/2026 nach vorläufigen Daten leicht über dem Niveau des Vorjahres. Besonders groß bleibt die Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, gefolgt von den Ingenieurwissenschaften. (Destatis)
Gleichzeitig unterscheiden sich die Studienentscheidungen nach Geschlecht und Hochschultyp deutlich. Wer die beliebtesten Studiengänge 2026 analysieren möchte, sollte daher nicht nur auf die Gesamtzahl schauen, sondern auch die jeweiligen Fach-, Geschlechts- und Hochschulstrukturen berücksichtigen.